Pflegegeld 2026: Das Wichtigste auf einen Blick
Pflegegeld ist die bekannteste Leistung der Pflegeversicherung. Es soll die Pflege zu Hause durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn sichern und ist frei verwendbar. Hier lesen Sie, wer es bekommt, wie hoch es ist und wie Sie es beantragen.
Wer bekommt Pflegegeld?
Anspruch auf Pflegegeld haben Versicherte ab Pflegegrad 2, die zu Hause leben und dort von einer privaten Pflegeperson versorgt werden. Das kann der Ehepartner sein, ein Kind, eine Freundin oder ein Nachbar. Eine Ausbildung ist nicht nötig. Wichtig ist nur, dass die Pflege sichergestellt ist. Bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld, wohl aber den Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel und den Zuschuss für Umbauten.
Wie hoch ist das Pflegegeld?
Die Höhe richtet sich allein nach dem Pflegegrad, nicht nach Einkommen oder Vermögen. Seit 1. Januar 2025 gelten diese Monatsbeträge: Pflegegrad 2 erhält 347 €, Pflegegrad 3 599 €, Pflegegrad 4 800 € und Pflegegrad 5 990 €. Beginnt oder endet der Anspruch im Laufe eines Monats, wird das Pflegegeld tageweise anteilig gezahlt. Auch das rechnet der Pflegegeld-Rechner aus.
Pflegegeld beantragen
Der Antrag geht an die Pflegekasse, die bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt ist. Ein formloser Anruf oder ein kurzes Schreiben reicht, den Vordruck schickt die Kasse zu. Der Anspruch beginnt mit dem Monat der Antragstellung. Danach vereinbart der Medizinische Dienst einen Termin für die Begutachtung zu Hause. Bereiten Sie sich mit der Checkliste zur Begutachtung vor und schildern Sie den Alltag so, wie er an schlechten Tagen aussieht. Alles zum Ablauf lesen Sie unter Pflegegeld beantragen.
Auszahlung und Beratungsbesuch
Die Pflegekasse überweist das Pflegegeld monatlich auf das Konto der pflegebedürftigen Person. Wer Pflegegeld bezieht, muss regelmäßig einen Beratungsbesuch nachweisen: bei Pflegegrad 2 und 3 einmal im Halbjahr, bei Pflegegrad 4 und 5 einmal im Vierteljahr. Den Besuch übernimmt ein Pflegedienst oder eine anerkannte Beratungsstelle, die Kosten trägt die Pflegekasse. Fehlt der Nachweis, kann die Kasse das Pflegegeld kürzen. Während eines Krankenhausaufenthalts läuft das Pflegegeld in den ersten vier Wochen weiter.
Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren
Viele Familien teilen sich die Pflege mit einem ambulanten Dienst. Dann zahlt die Kasse den Dienst aus der Pflegesachleistung und verringert das Pflegegeld um den genutzten Anteil. Nutzen Sie zum Beispiel 40 Prozent der Sachleistung, erhalten Sie noch 60 Prozent des Pflegegeldes. Diese Kombinationsleistung lohnt sich fast immer, weil die Sachleistung deutlich höher ist als das Pflegegeld. Tagespflege und das Entlastungsbudget kommen ohne Abzug dazu.
Steuer, Rente und Angehörige
Pflegegeld ist steuerfrei. Geben Sie es an Angehörige weiter, die Sie pflegen, bleibt es auch dort in aller Regel steuerfrei. Pflegende Angehörige sind außerdem rentenversichert, wenn sie eine Person ab Pflegegrad 2 mindestens zehn Stunden in der Woche an mindestens zwei Tagen pflegen und nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind. Die Pflegekasse zahlt die Beiträge, ein Antrag über die Kasse genügt.
Rechtsgrundlage: Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI), insbesondere §§ 14, 15, 36 bis 45b. Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung im Einzelfall.



